Abmarsch
Nach nur vier Stunden Schlaf wachte ich um 5Uhr auf. Einige Personen räumten bereits ihr Zelt zusammen.
Uff, erst jetzt kam meine unendliche Traurigkeit zu Tage (gestern musste ich stark sein und Micke trösten).
Wir konnten das Telefon nicht suchen (ein Boot zu organisieren sei teurer als unser Telefon von 1800Euro versenkt zu lassen-öffentliche Boote gibt es nicht+die Zeit war knapp).
Der Plan stand fest. Die letzten Teams wurden südwärts ausgesetzt.
Wir stellten uns auf den Arctic Circle Trail als Alternative ein. Dies erschien auch mir ohne Telefon am sichersten und trotzdem gut durchführbar. Jedoch brauchte ich nochmals viel Geduld, um Micke wenigstens einigermassen die Angst zu nehmen – was machen wir, wenn etwas passiert. Dafür spazierten wir ins Dorf um einen weiteren Kartensatz oder ein Notpaket mit Leuchtraketen zu kaufen (was ich nicht alles mache, um meinen grossen Traum doch noch einigermassen erleben zu können). Tja, Sonntags sind die Läden zu – und so musste ich ihm auf dem Rückweg erneut gut zureden.
Kurz bevor wir endlich losziehen wollten, kam ein anderes Team mit Pepe und Scampi zurück. Ersterer musste aus gesundheitlichen und fitnesstechnischen Gründen aufgeben.
„Hej Micke, überlege dir nun gut, was du wirklich willst. Möglicherweise ergibt sich nun eine für dich optimalere Lösung“. Nach dem Ausgesetzt werden liess er mal verlauten, dass es eigentlich viel schöner wäre, nur vereinzelte Tage zu marschieren und dafür zu fischen, faulenzen und mit Einheimischen Kontakt aufzunehmen.
Nun ging die grosse Besprechung los. Schlussendlich resultiere, dass Micke und Pepe ihr Lager in Sisimiut behalten und von dort aus Dinge unternehmen und ich zusammen mit Scampi/Felix, die Arctic Circle Tour mache.
Wir kannten unsere neuen Partner einzig von wenigen Gesprächen. Das Material wurde aufgeteilt und dann stellte ich mich kurz vor: “Ich bin nicht geduldig, aber habe viel Ausdauer.“ „OK“, sagte er, „dann ziehen wir jetzt los“.
Um 14.50Uhr marschierten wir los. 3h 50min waren wir unterwegs und legten dabei 12 km zurück mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 2.4km/h. Darüber war ich selber sehr erstaunt. Klar mussten wir für die Flussüberquerung die Schuhe wechseln, doch ansonsten waren wir zügig unterwegs mit nur kurzen Pausen.
Abends vor dem Zelt: „Ich geniesse extrem die friedliche Stimmung“. Dasitzen und geniessen! Keinerlei mühsame Diskussionen oder Anleitungen. Die Sonne scheint warm, der Bach rauscht und wir sind inmitten einer alpiner Gegend. Einzig die Mücken sind saulästig. Doch trotz dem unbekannten Partner habe ich ein prima Gefühl!
Daten:
Distanz: 11,93 km
Durchschnittsgeschw.: 2.4 km/h
Hm aufwärts: 273
Hm abwärts: 99
Höchster Punkt: 253müM
Niedrigster Pukt: 55müM

